KONSTAntIN - Alle Wege führen nach ROM ...

Obwohl es in diesem Fall genau genommen nicht so war. Denn alles begann in der Toskana, im Städtchen Chiusi, wo sich das Grabmal der Hl. Mustiola befindet, die in der zweiten Hälfte des dritten Jahrhunderts n. Chr. den Märtyrertod erlitt, obwohl sie in enger verwandtschaftlicher Beziehung zu einem römischen Kaiser stand. 

Auch ein heiliger Ring aus milchig-schimmerndem Chalcedon (Onyx), versehen mit übernatürlichen Kräften, wie er in meinem Roman vorkommt, geistert beständig durch die Literatur des Mittelalters. Und wieder stößt man auf die christliche Edeldame Mustiola, die ihn einst nach Chiusi gebracht haben soll. Er gilt als Verlobungsring, den der heilige Josef der Jungfrau Maria angesteckt hat; für manche ist er auch der Ring Maria Magdalenas. Heute kann der heilige Ring (it. Santo Anello) zu gewissen Zeiten im Dom von Perugia besichtigt werden, in dem er als bedeutende Reliquie verehrt wird.
Der Plan, Mustiolas Schicksal als „Ringträgerin“ eng mit der Geburt des Mannes zu verknüpfen, der als erster christlicher Kaiser in die Geschichte eingehen sollte, ergab sich aus der Thematik und potentiellen, zeitlichen Möglichkeit.

Mustiola ... sie hat mich in ihren Bann gezogen. Schon als ich den Namen erstmals im emotionslos aufzählenden Einerlei eines Reiseführers entdeckte. Dann erneut, als ich an ihrem Grab stand. Aufgrund ihres christlichen Glaubens zu Tode gekommen war Mustiola, obwohl eine direkte Verbindung zum Kaiserhaus bestand. Wer war sie?, fragte ich mich. Wer bist du?, fragte ich die zarte Gestalt in ihrem gläsernen Sarkophag.
Jahrelang dachte ich an Mustiola und Jahre vergingen, bis sie mir antwortete. 
Dann habe ich es aufgeschrieben.

In KONSTANTIN steckt sehr viel Recherche und Herzblut. Es ist ein Historienepos der emotionalen Art.


Ein Gedicht kann da vielleicht mehr erklären ...

Jede Nacht im Traum verbunden,
am Morgen dann auf's neu entwunden.
Doch war’s mir, als ob er schwächer würd’
der Tag in seinem Streben,
mich den Nächten zu entreißen,
nahe daran, aufzugeben.
Das Silbergarn des Mondes,
nicht durch seiner Sonne Licht zerteilt,
ja, sich fast entschließe und mich dort ließe,
wo mein Herz schon lange weilt.
Doch macht nicht nur der Tag
die Dunkelheit zur Nacht,
die Wirklichkeit zum Traume?
Und verschwände er,
würd’ die Seele dann noch wissen,
was das Licht ihr stets entrissen?
Und so stell ich mich dem grellen Nichts,
das mich umgibt,
allein aus Furcht zu vergessen,
wie sehr ich Dich geliebt.
 

 OMNIA VINCIT AMOR
(Die Liebe besiegt alles)     


Schlussvers aus meinem Roman (Lucius in Gedanken an seine große Liebe Mustiola).